Derletzt hab ich festgestellt, dass ich bisher eigentlich nur über meine Freizeitaktivitäten berichtet hab. Da es in meinem Leben hier aber auch ein bisschen Arbeit gibt, will ich mal über meinen Alltag erzählen. Wird langsam auch Zeit, schließlich bin ich jetzt schon 1/4 Jahr hier (wie die Zeit vergeht ;-).
Um 6 Uhr reißt mich mein böser Handywecker aus dem Tiefschlaf. Um halb 7 wird dann mein Mädel geweckt (kann dann aber immer noch ein bisschen Dauern bis sie endlich aufsteht ^^), Frühstück machen geht ganz einfach, Müsli in die Schüssel, Milch drüber und fertig. Ich mach den Mädels dann noch ihr Vesper für die Schule und um hoffentlich 7.45 kann ich die jüngere dann in die Schule fahren (die ältere fährt mit einer Freundin).
Ja, und dann bin ich Herr bzw. Frau im Haus bis ca. halb drei, wenn die kleine von der Schule kommt. Das heißt ich hab viel Zeit, mich im Internet auf dem neusten zu halten, skypen, lesen, mich auf meinen Kurs vorzubereiten, mir Gitarre spielen beizubringen (davon gibts hier im Haus mehr als genug) backen, joggen oder mich mit anderen AuPairs zu treffen, wenn diese mal Zeit haben (die meisten habens leider nicht so schön wie ich was Freizeit anbelangt ;-). Und schließlich wollen ja auch noch Trips und Urlaube geplant werden =). Aber ein paar kleine Aufgaben habe ich auch noch zu erledigen: Wäsche waschen, saugen und Familieneinkäufe erledigen (meine Lieblingsaufgabe...macht Spaß, nicht mit der eigenen Kreditkarte unterwegs zu sein ;-).
Wenn Audrey von der Schule kommt, gibts ein kleinen Snack, wir spielen ein wenig mit den Katzen und dann ist auch schon Hausaufgabenzeit. Anschließend fahr ich sie zu ihren Sportaktivitäten und wenn wir mal Zeit haben (was leider viel zu selten vorkommt) spielen wir "german classroom" oder irgendwas anderes.
Für das family dinner bin dann meistens ich zuständig. Entweder es wurde vorher ausgemacht, was gekocht wurde, ich bekomm per Mail ein Rezept zugeschickt oder ich koch einfach das worauf ich Lust hab was dann meistens auf irgendein leckeres deutsches Gericht hinausläuft (wie Schnitzel, (Käs-) Spätzle, Fleischküchle), die aber hier allseits auf große Begeisterung stoßen =)
Wir essen dann noch gemeinsam und dann hab ich auch schon wieder frei. Abends bin ich eigentlich immer unterwegs: beim Schwimmen, Volleyballspielen, bei meinen Kursen (mein Harvard Kurs und dann geh ich noch zu "Science in the News", das ist von Harvard Studenten, die jedes Mal über ein anderes aktuelles naturwissenschaftliches Thema berichten wie z.B. Impfungen, Genpflanzen, Laser. Das ist immer sehr interessant, das Gute daran ist auch, dass diese Vorlesungen umsonst sind und es gibt immer leckere Snacks, die aber leider immer schon so gut wie weg sind bis wir kommen =(. )
Und dann gibts ja immer noch die Alternative, den Abend bei Starbucks zu verbringen ;-).
Donnerstag, 21. Oktober 2010
Mittwoch, 13. Oktober 2010
Washington D.C.
Letztes Wochenende hab ich auch endlich mal meine erste größere Reise unternommen.
Da am Montag hier Feiertag war und Caro und ich beide nicht arbeiten mussten, haben wir das verlängerte Wochenende genutzt und sind nach Washington gefahren. Wir haben uns auch ganz schnell für das langsame, dafür aber sehr günstige (für 80$ hin und zurück kann man echt nicht meckern) Transportmittel Bus entschieden. So gings am Freitagabend um 10 in Boston mit dem Greyhoundbus los, im "idyllischen" New Yorker Busterminal hatten wir dann 1,5h Stunden Aufenthalt bevor es dann mit dem nächsten Bus nochmal ca.5 h nach Washington ging, wo wir morgens um dreiviertelneun dann auch ankamen. Die Busfahrt war eigentlich gar nicht so schlimm wie erwartet, die 10 Stunden gingen relativ schnell vorbei da wir auch ein bisschen schlafen konnten, dennoch bevorzuge ich immer noch den Komfort deutscher Reisebusse ;-).
Washington selber hat mir total gut gefallen. Wir hatten super Wetter und konnten somit die Stadt in vollen Zügen genießen. Selbst der wenige Schlaf konnte uns nicht davon abhalten, die "Must-Sees" der Sehenswürdigkeiten abzuklappern. So waren wir im Capitol und der Library of Congress (größte Bibliothek der Welt), durch die wir jeweils eine kleine Tour mitgemacht haben, Supreme Court, Weißes Haus, Lincoln, Jefferson und Washington Memorial, Air-& Space-Museum, Natural History und American History Museum. Das tolle an Washington ist, dass man in der Stadt selber eigentlich so gut wie kein Geld mehr ausgeben muss, da alle Museen und die anderen Sehenswürdigkeiten umsonst sind und alle Attraktionen um einen riesen Park ("Mall") angeordnet sind. Dennoch sind wir vieeeeel gelaufen und haben dementsprechend bestens in unsrem Hostel geschlafen. DAs Hostel war total ok, wir haben viele Leute aus der ganzen Welt getroffen und in der 2. Nacht hatten wir unser 6-Bettzimmer sogar für uns alleine =).
Und am Montag ging es dann wieder mittags um halb 12 müde aber glücklich 10 Stunden zurück nach Boston =)
Schön wars!
Montag, 4. Oktober 2010
America's history
das ist wohl eine recht passende Überschrift, um das letzte Wochenende zu beschreiben.
Da ich mich hier ja in Neuengland befinde,also in der Gegend, die als erstes von den Engländern besiedelt wurde, gibt es auch für amerikanische Verhältnisse entsprechend viel Geschichte zu entdecken.
Los gings am Samstag mit einer Radtour auf dem "battle road trail" (~ Kriegspfad) zwischen Concord und Lexington (für alle, die mal googeln wollen ^^) Auf dieser Strecke fanden 1775 die ersten Kämpfe des Unabhängigkeitskrieg zwischen den Engländern und Kolonisten statt. Entlang des Weges waren viele Tafeln, die über diesen Tag informieren und auf teils noch vorhandene Gebäude hinweisen. Gegen Ende fanden es wir es dann aber weniger spannend, hinter welchem Stein sich wer versteckt hat und wo jetzt dieser Brite genau erschossen wurde ;-). Landschaftlich war die Strecke aber total schön, durch Wälder, Wiesen und Felder.
Das Glück war sogar auf unserer Seite und die Commuter Rail (entspricht so unseren Regionalzügen) ersparte uns eine mühsame Rückfahrt bei Nacht.
Im Zug wurde einem mal wieder bewusst, dass Amerika nicht immer so fortschrittlich ist wie es tut. Da zahlt man doch noch tatsächlich seine Fahrkarte beim Schaffner und der klippst einem dann den Fahrschein ;-)
Am Sonntag machten wir dann einen Sprung zurück ins 17. Jahrhundert. Caro und ich planten einen Ausflug nach Plymouth, wo die Pilgrims 1620 mit ihrer Mayflower in der "Neuen Welt" gelandet sind. Dem Vertrauen meiner Gasteltern in meine Fahrkünste sei Dank, dass ich das Auto nehmen durfte. Hierbei haben wir mal wieder gelernt, dass man Navis nicht blind vertrauen darf, befanden wir uns doch plötzlich mitten in Boston anstatt auf dem Highway wie ich mir das in Google maps noch so schön angeschaut hab ;-) So haben wir eben wieder zur guten alten Landkarte gegriffen und siehe, wir sind in Plymouth angekommen =)
Dort war unser erstes Ziel die Plymoth Plantation, ein Art Freiluftmuseum, wo ein Indianerdorf und ein Dorf der Pilgrims aus dem Jahre 1627 nachgebaut wurde. Das interessante ist, dass diese Dörfer "bewohnt" sind, also mit Rollenspielern besetzt, die so tun, als leben und arbeiten sie wirklich zu dieser Zeit und auch aus dieser Sichtweise die Fragen beantworten. (Das Indianerdorf war sogar mit wirklichen "native americans" besetzt.)
Anschließend sind wir dann ein bisschen am Strand entlang spaziert - da kam echtes Nordseefeeling auf: sehr kalt, sehr windig aber sehr schön =)
Unsere letzte Station war dann die Mayflower 2, ein rekonstruiertes Schiff der wirklichen Mayflower, mit der 102 Pilgrims über den Atlantik gesegelt sind. Auch dort waren wieder viele Insassen, die man zu "ihrer" Überfahrt und "ihrem" Leben befragen konnte.
Ja, das war unser "Bildungswochenende" ^^, Geschichte kann auch um einiges interessanter sein als man es von der Schule gewohnt ist.
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